Großnitzkopf, 1496 m, Sa 25.07.2026

Unser Dölsacher Hausberg, der Stronachkogel, hat als „niedrigster Berg Osttirols“ ausgedient. An seiner Stelle bekommt der schon seit vielen Jahrzehnten in Vergessenheit geratene Großnitzkopf seit 2024 wieder Besuch. In der Literatur scheint er als Randbemerkung 1960 bei Rudi Klose (ÖTK Wien) und zuletzt 1984 bei Hubert Peterka, dem Autor des ÖAV-Führers Lienzer Dolomiten auf – als Teil eines Treibersteigs aus der Zeit um 1900, der von dieser Seite aus parallel zum Zabarotsteig (ehemals Leitersteig) auf direktem Weg durch die gewaltigen Nordabstürze auf die Freiung führte. Seither hatte die Natur diesen historischen Anstieg lückenlos zum Verschwinden gebracht. Das Auffinden der günstigsten Route am ONO-Sporn über der Grolitsch erforderte aufgrund des urtümlichen Geländes mehrere Anläufe und tüchtiges Werken, der momentane Zustand des „Weges“ ist interessant bis erfreulich für ambitionierte, trittsichere Pfadfinder, aber eher nicht für verwöhnte Genusswanderer. Die ehemals völlig von Latschen überwucherte Kuppe ist jetzt zu einem exquisiten Aussichtsplatz mutiert und hat ein schmiedeeisernes Gipfelzeichen bekommen.

Obwohl das „neue“ Bergziel laut kürzlich angebrachtem Gipfelbuch schon einige Fans gefunden hat, erreichte unsere Tourenleiter Ulli&Erich für die als Spezialtour ausgeschriebene Sommerprogramm-Unternehmung nur eine einzige Anmeldung: Reinhold, unser ÖTK-Kassier und Mädchen für alles. Er ging unerschrocken und mit flottem Elan ans Werk und rettete die Vereinsehre dadurch, dass er vom Großnitzkopf aus sogar noch den Vorstoß zum nächsten Gipfel an der langen Direktroute auf die Freiung wagte. Auf dem Kleinen Gern, 1680 m, auf dem die Sicht bereits vom Scharnik bis zum Rauriser Sonnblick reicht, wurde ein beschrifteter Gipfelstein hinterlegt, bevor wir nach 1000 Höhenmeter Abstieg in bester Stimmung wieder das Tal erreichten.

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